Kleidung

Kleidung

Wir kaufen im Schnitt pro Kopf im Jahr 15 Kilo Kleidung – und schmeißen 12 Kilo Klamotten weg. Um ein Kleidungsstück herzustellen, werden eine Menge Ressourcen aufgewendet. Der hohe Wasserverbrauch beim Anbau von Baumwolle beeinflusst dabei genauso das Klima wie der weite Transportweg, den Garn und Stoffe meist auf dem Seeweg in Containern zurücklegen. Genäht wird nicht dort, wo die Baumwolle wächst. Ein „konventionelles“ T-Shirt reist daher mehrmals um die Welt, bis es bei dir im Laden ankommt.

  
  

Second Hand spart Ressourcen

Kaufst du Second Hand sorgst du dafür, dass ein Kleidungsstück nicht neu produziert werden muss – es wird jede Menge CO2 gespart, und dein Konto nur gering belastet. Du kannst deine guterhaltenen Stücke direkt von Läden ankaufen lassen oder dort auf Kommissionsbasis abgeben. Oder du verkaufst selbst, im echten Leben oder virtuell übers Netz. Schau doch einfach in unseren Einkaufsführer, wo der nächste Second-Hand-Shop in deiner Nähe ist.

  
  

Von Kopf bis Fuß auf ökofair eingestellt

Du möchtest dich nicht nur in schicke Kleidung hüllen, sondern auch ein gutes Gefühl dabei haben? Dann halte beim Kleiderkauf Ausschau nach Stücken, die ökofair sind. ‚Ökofair‘ bedeutet, dass die verwendeten Materialien aus biologischem Anbau stammen und die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten fair sind. Und wo in der Gegend bekommst du eigentlich solche Produkte? Das erfährst du hier im Klimamarkt oder in der Broschüre „Konsum mit Köpfchen“ des Bremer Informationszentrums für Menschenrechte und Entwicklung – frag einfach das Klimamarkt-Personal danach.

  
  

Reparieren statt neu kaufen

Wenn du öfter etwas reparierst statt neu kaufst, summiert sich das zu einem hübschen Sümmchen – in Euro und in gesparten CO2-Emissionen. Ein abgebrochener Absatz? Bessere solche kleinen Makel doch einfach aus. Du kannst deine Lieblingsschuhe mehrere Jahre tragen, wenn du sie neu besohlen lässt, sobald sie abgelaufen sind. Wenn du Socken stopfst, ist die für die Garnherstellung anfallende CO2-Menge wesentlich kleiner als die für neue Socken.

Keine Ahnung, wie Stopfen & Co. funktionieren?
Dann frag deine Oma oder lass es dir online von Rosi erklären: Die Seniorin zeigt das Sockenstopfen auf YouTube so, dass es jeder versteht. Auf ihrem Kanal www.youtube.com/RosisNaehstube kannst du auch lernen, wie man Säume umnäht, Knöpfe wieder annäht und vieles mehr.

  
  

Auch das ‚Wo‘ macht einen Unterschied

Weißt du, wo die Kleidungsstücke, die du gerade trägst, genäht wurden? Aus Klimaschutzsicht ist es wichtig, lange Produktionswege zu vermeiden. Die einfache Regel: Bevorzuge deshalb Kleidung, die möglichst komplett an einem Ort fertiggestellt wurde – und das am besten unter fairen Bedingungen.

Doch wie kannst du solche Kleidung im Handel finden?
Bei der Suche helfen dir Portale wie www.korrekte-klamotten.de, die ihre Standards genau erklären und von jedem Shop ein Profil listen. Wenn du mehr zum Thema an sich und warum es so wichtig ist, wissen willst, findest du Infos unter www.saubere-kleidung.de.

  
  

Weniger ist mehr!

Vielleicht hast auch du schon mal die Erfahrung gemacht, dass billig am Ende teurer ist: Die Qualität ist oft geringer, sodass das Stück schneller abgetragen ist und dann wieder etwas Neues her muss. So kann sich „viel billig“ stärker auf dein Konto auswirken als die Formel „seltener kaufen, dann aber Qualität“. Die Rechnung geht am Ende übrigens nicht nur für dich auf: Das Klima profitiert davon, weil du weniger Produktionsprozesse und Transportwege verursachst!

  
  

Tauschen und leihen peppt deine Garderobe zum Nulltarif auf!

Du schützt auch das Klima, wenn du Mode und Accessoires mit Freunden und Bekannten tauschst – das spart Geld und macht Spaß. Du und deine Freunde könnt dauerhaft tauschen oder ihr verleiht einander einfach Stücke für bestimmte Anlässe. Klamottentauschpartys liegen voll im Trend, funktioniert auch gut mit Kinderkleidung oder Spielzeug. Auch im Klimamarkt finden Tauschpartys statt. Komm‘ vorbei!

  

Siegel für Kleidung

  
  
  

Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN)
Der Standard dieses im europäischen Raum bekannten Siegels für Naturtextilien liegt über den gesetzlichen Vorgaben der EU. Bestimmte gefährliche Substanzen sind verboten oder nur extrem eingeschränkt zugelassen. Laut Verband sind von den Betrieben festgelegte Sozialstandards einzuhalten, die vor Ort bei der Kontrolle überprüft werden.

  

Global Organic Textile Standard (GOTS)
Das wohl bekannteste Label für ökologische und soziale Ansprüche ist GOTS. Ein Minimum von 95 Prozent zertifizierter Biofaser ist nötig, damit das Label „organic“ (Bio) heißt. Für „made with organic“ sind mindestens 70 Prozent solcher Fasern Voraussetzung. Zu den sozialen Vorgaben gehören unter anderem das Verbot von Kinderarbeit und Arbeitszeitbeschränkung. www.global-standard.org

  

Textiles Vertrauen (Oeko-Tex)

Das Siegel ist kein Biolabel, sondern bezieht sich darauf, dass Kleidung, Bettwaren und Heimtextilien frei von bestimmten Schadstoffen sind. Es ist in vier Produktklassen unterteilt, von denen die 1 (Babykleidung) die strengsten Anforderungen stellt. Mehr unter www.oeko-tex.com.

  

Europäisches Umweltzeichen
Mit diesem Label, auch Euroblume genannt, werden EU-weit Nonfood-Produkte wie Textilien, Seife, Waschmittel, Matratzen, Möbel, Elektronik, Bodenbeläge, Außenfarben und vieles mehr als umweltfreundlich gekennzeichnet. Es ist in Deutschland nicht obligatorisch, Unternehmen beantragen es auf freiwilliger Basis. www.eu-ecolabel.de

  

Der Blaue Engel
Schon seit 1978 gibt es das bekannteste deutsche Umweltzeichen. Vergeben wird es für Produkte und Dienstleistungen, die in ihrer ganzheitlichen Betrachtung besonders umweltfreundlich sind. Dabei geht es um Kriterien wie Gesundheits- und Arbeitsschutz, Gebrauchstauglichkeit, den sparsamen Einsatz von Rohstoffen bei der Herstellung und beim Gebrauch, eine lange Lebensdauer und nachhaltige Entsorgung. Jedes Engel-Logo weist die wichtigsten Umwelteigenschaften des Produktes aus. Zudem ist jeweils sein zentrales Schutzziel ausgewiesen, etwa „schützt die Ressourcen“. Zertifiziert werden alle möglichen Produkte, zum Beispiel Wandfarbe, Schuhe und Computer. www.blauer-engel.de

  

GuT-Siegel
Das GuT-Siegel wird nur für Teppiche vergeben. Die Prüfer untersuchen sie auf Schadstoffe, Emissionen und Gerüche. Untersagt ist zum Beispiel der Einsatz von Formaldehyd. Eine Liste von anorganischen Fasern darf weder in der Nutzschicht noch zur Verstärkung der Rückenbeschichtung eingesetzt werden. Die kompletten Kriterien unter www.gut-ev.de.

  

Gepa
Im Gegensatz zu Fairtrade Deutschland, das nur Siegel vergibt und selbst nichts verkauft, ist die Gepa ein eigenes Unternehmen, das fair gehandelte Produkte importiert und vermarktet. Das Siegel ist genauso anerkannt wie das Fairtrade-Logo. Gepa-Produkte, etwa Kleidung, Accessoires, Kaffee und Schokolade, sind in vielen Weltläden zu finden. www.gepa.de

  

Fairtrade
Das bekannte Siegel für fairen Handel steht dafür, dass bei der Produktion keine Kinderarbeit und Zwangsarbeit geschieht, die Produzenten vor Ort angemessene Summen verdienen und ökologische Mindeststandards eingehalten werden. Nicht nur die Klassiker Schokolade und Kaffee, sondern auch viele andere Waren gibt es in der fairen Variante: etwa Rosen, T-Shirts, Weine und Fußbälle. Wer das Optimum möchte, kauft ökofair: Produkte mit Fairtrade- und Biosiegel.
Mehr zu Fairtrade unter www.transfair.org.

  

GoodWeave
Die globale nicht-kommerzielle Initiative will dazu beitragen, Kinderarbeit in der Teppichindustrie in Südasien abzuschaffen. Will eine Firma das Siegel führen, darf sie in ihrer Manufaktur keine Kinder unter 14 Jahren beschäftigen. Unabhängige Inspektoren müssen jederzeit Zutritt zu ihren Produktionsstätten haben. Die Lizenz- und Zertifizierungsgebühren werden zur Finanzierung von Inspektionen und Sozial- und Bildungsprogrammen genutzt. www.goodweave.de