Pflanzliche Lebensmittel

Was gibt es Wissenswertes über pflanzliche Produkte, das dir bei Deinen Einkaufsentscheidungen helfen kann? Im Grunde geht es darum, dass auch ihre Herstellung CO2-Emissionen verursacht. Diese kommen durch Düngemittel, Transportwege, beheizte Gewächshäuser, energieintensive Verarbeitung und Kühlung zustande. Wie kannst du als Käufer dabei ein Zeichen setzen? Ganz einfach: Indem du zu biologisch angebautem Obst und Gemüse greifst, denn das spart im Vergleich zu konventionell angebauten Produkten 10 bis 30 % CO2.

  
  

Obst und Gemüse aus der Region bevorzugen

Warum in die Ferne schweifen? Für die allermeisten Obst- und Gemüsesorten gilt das ganze Jahr über: Produkte aus der nahen Umgebung sind die beste Wahl, die du treffen kannst. So vermeidest du weite Transporte, die dem Klima schaden. Außerdem unterstützt du damit lokale Lebensmittelproduzenten.

In Sachen Äpfel haben regionale Produkte selbst mit ein bisschen Lagerzeit – denn diese kostet Energie – noch eine bessere Ökobilanz als Auslandsware.

  
  

Bio: Da hast du den Salat!

Du willst Deine Vitaminversorgung sicherstellen, aber dabei klimabewusst leben? Achte einfach darauf, dass nur Obst und Gemüse in deinem Korb landen, die aus Bio-Anbau stammen. Bei dieser Anbauweise wird auf künstliche Düngemittel verzichtet und so bis zu 30 Prozent CO2 gespart.

Mit Biokäufen tust du aber noch viel mehr:
Damit unterstützt du eine Landwirtschaftsform, bei der die Artenvielfalt geschützt und gezielt gefördert wird. Laut dem Bund Ökologische Landwirtschaft (BÖLW) gilt die konventionelle Landwirtschaft zudem als Hauptverursacher des Artenschwundes in Deutschland.

  
  

Leitungswasser trinken tut dir und dem Klima gut

Wir leben in einem Land mit ausgezeichneter Trinkwasserqualität. Lass dich von Leitungswasser überzeugen, es punktet mit vielen Vorzügen: Du musst keine Flaschen mehr schleppen, sparst eine Menge Geld und praktizierst gelebten Klimaschutz. Während sich Mineralwasser schon bei 1 Liter täglich mit 70 Kilogramm CO2 im Jahr niederschlägt, verursacht Leitungswasser kaum Emissionen.

  
  

Alles zu seiner Zeit

Kaufe saisonales Obst und Gemüse aus Deutschland ein: Es ist geschmacksintensiver, oft günstiger und gut für das Klima – denn es benötigt keine energieintensive Lagerung in Kühlhäusern oder beheizten Gewächshäusern und es wurde nicht viele Kilometer weit transportiert.

Einen Überblick über die Erntezeiten gibt dir unser Saisonkalender. Frag einfach unsere Klimamarkt-Mitarbeiter oder bestell‘ ihn unter www.energiekonsens.de. Dieser hilft dir auch, Leckeres mit sehr kurzer Saison – etwa Bärlauch von März bis Mai – nicht zu verpassen. Etliche saisonale Sorten, etwa Beeren und Zucchini kannst du gut einfrieren, sodass du einen preisgünstigen Vorrat für mehrere Monate hast.

  
  

Brot ist nichts für die Tonne!

Hand aufs Herz: Hast du schon mal Brot weggeschmissen? Das geht uns allen so. Keine anderen Lebensmittel wandern bei uns so häufig in die Tonne wie Brot, Brötchen und Co. Nachhaltiger Konsum ist das natürlich nicht.

Wie wäre es deshalb mit Weiterverarbeitung, wenn dein Brot kurz vorm Verfallsdatum steht? Daraus kannst du schnell Semmelbrösel oder aus Brötchen leckere Knödel zaubern.

Weitere tolle Anregungen bietet dir das Portal www.zugutfuerdietonne.de des Bundesernährungs- und Landwirtschaftsministeriums. Dieses erklärt dir die richtige Einkaufsplanung für viele Waren, die bessere Lagerung von Lebensmitteln daheim und die gekonnte Resteverwertung – denn diese schont dein Portemonnaie und das Klima.

  
  

Schokolade schmeckt ökofair am besten

Laut „Klima sucht Schutz“ isst jeder von uns im Schnitt 11 Kilogramm Schokolade pro Jahr. Wenn du dich hier ein wenig einschränken möchtest, ist das gleichzeitig gut für deine Gesundheit und das Klima.

Die Produktion verursacht hohe CO2-Emissionen, weil große Mengen Kakao benötigt werden, die man in gekühlten Containerschiffen importiert. Zudem ist die Weiterverarbeitung energieintensiv, ebenso die Herstellung der für etliche Packungen noch immer verwendeten Aluminiumfolie. Du willst mehr ökofaire Produkte kaufen, um die Arbeits- und Lebensbedingungen der Bauern vor Ort zu fördern und den CO2-Abdruck der Schokolade zu mindern? Selbiges kannst du auch bei Kaffee, Tee, Rohrzucker und Bananen leicht umsetzen.

  
  

Besser als ihr Ruf: Tiefkühlprodukt

Hast du ein Tiefkühlfach oder gar einen -schrank in der Küche? Prima, damit kannst du unkomplizierte Vorratshaltung betreiben. Nun fragst du dich: Wie klimafreundlich sind Tiefkühlprodukte? Trotz des Energieverbrauchs sind sie nicht unbedingt klimaschädlich. Im September 2012 haben das Öko-Institut und das Deutsche Tiefkühlinstitut dazu eine Studie veröffentlicht. Die bestätigt, dass die Klimabilanzen von TK-Nahrung vergleichbar mit der anderer Ware wie beispielsweise Produkten aus der Dose ist. Wenn du Frostiges klimabewusst kaufen möchtest, achte auf Bio-Qualität, auf wenig tierische Inhaltsstoffe und auf möglichst regionale Herstellung.

  
  

Margarine ist nicht gleich Margarine

Margarine ist generell besser für das Klima als Butter, da sie aus pflanzlichen Fetten besteht. Die Kehrseite der Medaille: Margarine enthält häufig Palmöl, für dessen Gewinnung Regenwald abgeholzt wird.

Was kannst du also tun?
Schau einfach in den Umweltblick unter www.umweltblick.de/lebensmittel/margarinen. Dort findest du Infos zu reiner Rapsmargarine, für die weder Viehhaltung noch Regenwaldabholzung erforderlich ist.

  

Siegel für pflanzliche Lebensmittel

  
  
  

Deutsches Bio-Siegel
Dieses bekannte Siegel belegt, dass ein deutscher Betrieb seine Waren nach der EG-Öko-Verordnung erzeugt. Das bedeutet: Einzelne Zutaten müssen zu mindestens 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammen. Die Überprüfung geschieht durch staatlich zugelassene private Kontrollstellen. Untersagt sind unter anderem Anwendung von Gentechnik und Pflanzenschutz mit chemischsynthetischen Mitteln. www.bio-siegel.de

  

Bioland
Das Bioland-Label stellt an den Produzenten höhere Anforderungen als das deutsche und das europäische Bio-Siegel. Dieses Siegel bekommt nur, wer den gesamten Betrieb auf ökologisch umstellt; eine Mischung mit konventioneller Teilproduktion ist untersagt. Bioland-Erzeuger dürfen auch keinen Stickstoffdünger zukaufen. Für viele weitere Bereiche gibt es strenge Vorschriften, etwa für die Aufzucht von Junghennen. Näheres unter www.bioland.de

  

Europäisches Bio-Siegel
Seit 2010 gibt es das EU-weite Logo. Alle vorverpackten Biolebensmittel in den Mitgliedsstaaten müssen damit gekennzeichnet sein. Das europaweite Siegel bezieht sich auf dieselben Vorgaben wie das nationale Bio-Siegel in Deutschland. Will ein konventionell wirtschaftender Bauer in einem EU-Land seinen Betrieb auf Bio umstellen, muss er eine Umstellungsphase von mindestens zwei Jahren einhalten, bevor er mit der Produktion landwirtschaftlicher Bioprodukte beginnen darf. www.organic-farming.eu

  

Fairtrade
Das bekannte Siegel für fairen Handel steht dafür, dass bei der Produktion keine Kinderarbeit und Zwangsarbeit geschieht, die Produzenten vor Ort angemessene Summen verdienen und ökologische Mindeststandards eingehalten werden. Nicht nur die Klassiker Schokolade und Kaffee, sondern auch viele andere Waren gibt es in der fairen Variante: etwa Rosen, T-Shirts, Weine und Fußbälle. Wer das Optimum möchte, kauft ökofair: Produkte mit Fairtrade- und Biosiegel. Mehr zu Fairtrade unter www.transfair.org.

  

Naturland
Auch die Anforderungen von Naturland sind strenger als die des deutschen Bio-Siegels. Wer Pflanzen anbaut, muss unter anderem dafür sorgen, dass die Humusbilanz im Rahmen einer vielseitigen Fruchtfolge mindestens ausgeglichen gestaltet ist. Für Jung- und Mastvieh ist Weidegang oder ganzjähriger Auslauf vorgeschrieben. Die weiteren Richtlinien finden sich unter www.naturland.de

  

Rainforest Alliance
Die Rainforest-Alliance-Zertifizierung gilt zum Beispiel für Kakao, Kaffee, Tee, Bananen oder Zitrusfrüchte. Das Siegel zeichnet Produkte aus nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft aus. Es garantiert, dass bei deren Erzeugung vielfältige Anforderungen an die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit erfüllt werden. Auch Produkte, deren Inhaltsstoffe nicht zu 100 Prozent von zertifizierten Farmen stammen, können das Siegel erhalten. Der niedrigere Prozentsatz muss dann neben dem Siegel auf dem Produkt vermerkt sein. www.rainforest-alliance.org/de.

  

Gepa
Im Gegensatz zu Fairtrade Deutschland, das nur Siegel vergibt und selbst nichts verkauft, ist die Gepa ein eigenes Unternehmen, das fair gehandelte Produkte importiert und vermarktet. Das Siegel ist genauso anerkannt wie das Fairtrade-Logo. Gepa-Produkte, etwa Kleidung, Accessoires, Kaffee und Schokolade, sind in vielen Weltläden zu finden. www.gepa.de

  

Demeter
Die strengsten Anforderungen an Biobetriebe stellt Demeter. Die Philosophie geht auf Impulse von Rudolf Steiner zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts auch Waldorfpädagogik und anthroposophische Heilweise initiierte. Das Siegel steht für biologisch-dynamische Landwirtschaft und besagt unter anderem, dass Saatgut und Jungpflanzen nicht gekauft werden dürfen, die mit Hilfe von Protoplastenfusion gezüchtet wurden. Bei Demeter-Geflügelhaltung ist sogar die Beleuchtung geregelt: Lampen mit Stroboskopeffekt sind verboten, weil sie nur beschränkt dimmbar sind. www.demeter.de