Tierische Lebensmittel

Tierische Lebensmittel

Wusstest du, dass der Fleischkonsum der deutschen Gesamtbevölkerung eine Fläche von insgesamt 8,4 Mio. Hektar für Viehhaltung und Futteranbau benötigt? Laut dem „Fleischatlas 2013“ von BUND und Heinrich-Böll-Stiftung isst jeder Deutsche in seinem Leben 1.094 Tiere: 4 Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Viehhaltung verursacht große Mengen an CO2. Die hohen Emissionen kommen unter anderem zustande, weil eiweißreiche Futtermittel, allen voran Soja, angebaut werden muss.

  
  

Fleisch: Zurück zum Sonntagsbraten, und den bitte in Bio-Qualität!

Fleisch kann auf deinem Speiseplan stehen, doch besser nicht täglich. Und wenn, dann kaufe am besten Bio-Fleisch von regionalen Erzeugern, die auf artgerechte Tierhaltung setzen. Grundsätzlich gilt: Frisches Fleisch ist besser als verarbeitetes. Da zu viel Fleischkonsum nicht gesund ist, fährst du gut mit der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren zu verzehren. Führe also ruhig den guten alten Sonntagsbraten wieder ein – denn davon profitieren Klima, Gesundheit und Geldbeutel!

Brauchst du weitere Infos zum Thema?
Den aktuellen Fleischatlas findest Du unter www.bund.net/themen_und_projekte/landwirtschaft/

  
  

Wurst: Weniger ist mehr!

Wenn du Wurst auf deinem Brot haben möchtest, dann greif‘ zu Bio-Produkten direkt vom regionalen Erzeuger. Wenn du noch mehr tun möchtest, dann vermeide außerdem Rindfleisch, denn bei der Verdauung einer Kuh wird Methan freigesetzt. 1 kg Methan ist so klimaschädlich wie 23 kg CO2.

Was für Alternativen gibt es für dich, wenn du an einem Tag Wurst auslassen und trotzdem etwas Herzhaftes auf der Stulle haben möchtest? Es gibt pflanzliche Brotaufstriche, für deren Produktion viel weniger CO2-Ausstoß erforderlich ist.

Auch beim Geschmack kommst du dabei auf deine Kosten: Manche davon imitieren gekonnt den Geschmack und die Konsistenz von Streichwurst wie beispielsweise Leberwurst. Wenn du Aufschnittfan bist, bekommst du im Biohandel pflanzliche Ersatzprodukte in Scheibenform, die eine weitaus bessere Ökobilanz als das tierische Original haben und ähnlich wie Wurst schmecken.

  
  

Joghurt & Co: Fettarm schonen sie Gesundheit und Klima!

Liebst du leckere Milchprodukte wie Joghurt, Kefir und Dickmilch? Wenn du hier etwas an deinem Konsum ändern möchtest, hilft dir die einfache Regel: Je höher der Fettgehalt der Ware, desto mehr Milch und desto mehr „Kuh“ ist für die Produktion nötig.

Und welches ist das klimafreundlichste Produkt?
Fettarmer Joghurt. Er verursacht von allen Milchprodukten die geringsten Treibhausgasemissionen, am besten schneidet die naturbelassene Variante ab. Verfeinert mit Obst aus Saison und Region bekommt dein Joghurt einen tollen Geschmack und das Klima sagt Danke!

  
  

Eier: Augen auf beim Eierkauf

Achte auf den Stempel, der auf frischen Eiern zu finden ist. Die erste Ziffer sagt dir, aus welcher Haltungsform das Ei stammt. 0 steht für Biohaltung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und die Zahl 3 für Käfighaltung.

Aus Klimaschutzsicht sind Bio-Eier die beste Wahl, sie sparen CO2 und die Tierhaltung ist artgerechter. Wenn du aus Klima- und Tierschutzsicht gelegentlich oder immer auf Eier verzichten willst, gibt es Alternativen: Fürs Backen oder Kochen kannst du Ei in vielen Rezepten durch speziellen Eiersatz aus dem Reformhaus oder durch biologisches Sojamehl ersetzen. Beim Backen kannst du auch für viele Rezepte Apfelmus als Binder verwenden.

  
  

Käse: Selten genießen und richtig auswählen

Unser Hunger auf Käse ist enorm: So wurden allein im November 2012 in der Bundesrepublik 174.503 Tonnen hergestellt. Im Handel bekommst du Frischkäse, Weichkäse, halbfesten Schnittkäse, Schnittkäse und Hartkäse. Hartkäse ist meistens nicht besonders fettarm. Wenn Du klimafreundlich genießen willst, kaufe ihn seltener und achte dabei auf Bio-Qualität und Regionalität.

  
  

Milch: Regional und Bio sind das beste Team!

Milch bekommst du in verschiedenen Varianten, nämlich Vollmilch (auch Frischmilch genannt), homogenisiert, ultrahocherhitzt, Rohmilch und Vorzugsmilch. Egal, für welche dieser Varianten du dich entscheidest, biologische und regionale Produkte sind immer die beste Wahl. Der Vorteil von Biomilch gegenüber der konventionellen Milch liegt laut der Non-Profit-Organisation Sife und der Universität Regensburg darin, dass ihre Nährwerte besser sind: Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren und Betakarotin kommen in Biomilch in höheren Mengen vor.

Wenn du solche Bioprodukte dann auch noch vom regionalen Erzeuger kaufst, der Wert auf artgerechte Tierhaltung legt, dann hat deine Milch auch noch kurze Lieferwege. Dafür musst Du nicht unbedingt in den Bioladen, denn etliche normale Supermärkte führen solche Ware bereits.

  
  

Fisch: Verantwortungsbewusst auswählen

Fisch gilt als gesund, da viele Sorten reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren sind. Aber sicher hast du schon von der Debatte gehört, dass nicht jedes Flossenwesen ein klimafreundliches Lebensmittel ist.

Was kannst du als Verbraucher tun?
Du kannst weite Transportwege vermeiden und auf vom Aussterben bedrohte Arten verzichten. Mit heimischen Arten wie Forelle triffst du daher die beste Wahl. Als Alternative zu Meeres- und Flussfisch bekommst du im Handel auch solche aus Aquakulturen. Hol Dir am besten den Greenpeace-Fischratgeber, den es als kostenloses PDF gibt unter www.greenpeace.de.

  

Siegel für tierische Lebensmittel

  
  
  

Deutsches Bio-Siegel
Dieses bekannte Siegel belegt, dass ein deutscher Betrieb seine Waren nach der EG-Öko-Verordnung erzeugt. Das bedeutet: Einzelne Zutaten müssen zu mindestens 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammen. Die Überprüfung geschieht durch staatlich zugelassene private Kontrollstellen. Untersagt sind unter anderem Anwendung von Gentechnik und Pflanzenschutz mit chemischsynthetischen Mitteln. www.bio-siegel.de

  

Europäisches Bio-Siegel
Seit 2010 gibt es das EU-weite Logo. Alle vorverpackten Biolebensmittel in den Mitgliedsstaaten müssen damit gekennzeichnet sein. Das europaweite Siegel bezieht sich auf dieselben Vorgaben wie das nationale Bio-Siegel in Deutschland. Will ein konventionell wirtschaftender Bauer in einem EU-Land seinen Betrieb auf Bio umstellen, muss er eine Umstellungsphase von mindestens zwei Jahren einhalten, bevor er mit der Produktion landwirtschaftlicher Bioprodukte beginnen darf. www.organic-farming.eu

  

Bioland
Das Bioland-Label stellt an den Produzenten höhere Anforderungen als das deutsche und das europäische Bio-Siegel. Dieses Siegel bekommt nur, wer den gesamten Betrieb auf ökologisch umstellt; eine Mischung mit konventioneller Teilproduktion ist untersagt. Bioland-Erzeuger dürfen auch keinen Stickstoffdünger zukaufen. Für viele weitere Bereiche gibt es strenge Vorschriften, etwa für die Aufzucht von Junghennen. Näheres unter www.bioland.de

  

Fairtrade
Das bekannte Siegel für fairen Handel steht dafür, dass bei der Produktion keine Kinderarbeit und Zwangsarbeit geschieht, die Produzenten vor Ort angemessene Summen verdienen und ökologische Mindeststandards eingehalten werden. Nicht nur die Klassiker Schokolade und Kaffee, sondern auch viele andere Waren gibt es in der fairen Variante: etwa Rosen, T-Shirts, Weine und Fußbälle. Wer das Optimum möchte, kauft ökofair: Produkte mit Fairtrade- und Biosiegel. Mehr zu Fairtrade unter www.transfair.org.

  

Naturland
Auch die Anforderungen von Naturland sind strenger als die des deutschen Bio-Siegels. Wer Pflanzen anbaut, muss unter anderem dafür sorgen, dass die Humusbilanz im Rahmen einer vielseitigen Fruchtfolge mindestens ausgeglichen gestaltet ist. Für Jung- und Mastvieh ist Weidegang oder ganzjähriger Auslauf vorgeschrieben. Die weiteren Richtlinien finden sich unter www.naturland.de

  

Neuland
„Neuland“ soll Fleisch aus besonders artgerechter und umweltschonender Tierhaltung kenntlich machen. Die Richtlinien schreiben unter anderem vor, dass Bauern dem Vieh Auslauf ins Freie, Liegen auf Stroh, und einheimische, gentechnisch nicht veränderte Futtermittel bieten müssen. www.neuland-fleisch.de.

  

Rainforest Alliance
Die Rainforest-Alliance-Zertifizierung gilt zum Beispiel für Kakao, Kaffee, Tee, Bananen oder Zitrusfrüchte. Das Siegel zeichnet Produkte aus nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft aus. Es garantiert, dass bei deren Erzeugung vielfältige Anforderungen an die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit erfüllt werden. Auch Produkte, deren Inhaltsstoffe nicht zu 100 Prozent von zertifizierten Farmen stammen, können das Siegel erhalten. Der niedrigere Prozentsatz muss dann neben dem Siegel auf dem Produkt vermerkt sein. www.rainforest-alliance.org/de.

  

Gepa
Im Gegensatz zu Fairtrade Deutschland, das nur Siegel vergibt und selbst nichts verkauft, ist die Gepa ein eigenes Unternehmen, das fair gehandelte Produkte importiert und vermarktet. Das Siegel ist genauso anerkannt wie das Fairtrade-Logo. Gepa-Produkte, etwa Kleidung, Accessoires, Kaffee und Schokolade, sind in vielen Weltläden zu finden. www.gepa.de

  

Demeter
Die strengsten Anforderungen an Biobetriebe stellt Demeter. Die Philosophie geht auf Impulse von Rudolf Steiner zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts auch Waldorfpädagogik und anthroposophische Heilweise initiierte. Das Siegel steht für biologisch-dynamische Landwirtschaft und besagt unter anderem, dass Saatgut und Jungpflanzen nicht gekauft werden dürfen, die mit Hilfe von Protoplastenfusion gezüchtet wurden. Bei Demeter-Geflügelhaltung ist sogar die Beleuchtung geregelt: Lampen mit Stroboskopeffekt sind verboten, weil sie nur beschränkt dimmbar sind. www.demeter.de

  

Marine Stewardship Council (MSC)
Fisch und Meeresfrüchte aus zertifiziert nachhaltiger Wirtschaft – dafür steht MSC. Wer es führen möchte, muss von dem Verband als umweltverträglich eingestufte Fangmethoden anwenden. www.msc.org/de